Auf die Knollen, fertig, los!

Schweriner Volkszeitung vom 18 August 2008 / Traudel Leske 

War das am Sonnabend wieder ein Knollenfest in Kobrow! Das nunmehr 6. Spektakel dieser Art – es fand diesmal im „Jahr der Kartoffel“ statt – hatte erneut Hunderte Besucher aus nah und fern ins beschauliche Museumsdorf angelockt. Und wie bereits in den vergangenen 5 Jahren stürzten sich die meisten Besucher auch diesmal wieder zuerst auf die Kartoffeln, die in zwei LKW-Hängern zum Verkauf standen. Die Sorten Gala und Andretta waren wie immer heiß begehrt. Und so schleppten die Leute säckeweise die leckeren Knollen in ihre Autos.

Großer Andrang beim Kartoffelverkauf

Gleich daneben wurde mit Alttechnik das Kartoffelrummeln vorgeführt, wie es früher auf dem Lande noch üblich war.

Indes tat sich auch auf der Bühne so einiges. Hier hatte das Duo „Ossenkopp“ zunächst für plattdeutsche Unterhaltung mit Witz, Charme und kleinen Geschichten auf das Fest eingestimmt.

 

Das Duo "Ossenkopp" sorgte für die richtige Stimmung

 „Wi sünd Kinner up MeckPomm!“ stellten sie sich vor. Und dann wurde auf der Bühne wieder ein Kartoffelschälwettbewerb gestartet. Zwei Männer und zwei Frauen wagten sich mit Schälmessern an die Knollen heran. Ihre Aufgabe: sie mussten genau 111 Gramm Kartoffelschalen auf ihren Tellern haben. Das Rennen machte – man höre und staune! –ein Mann: Edwin Michnewski aus Sternberg mit 101 Gramm. Er durfte einen ganzen Sack Kartoffeln (1 Zentner) Kartoffeln mit nach Hause nehmen. Bei einem Quiz rund um die Kartoffel  machte die 12-jährige Sandra Konietzko aus Lübeck das Rennen. Sie wurde mit einem Tag auf der MeLa einschließlich Mittagessen belohnt. Um den ganzen die richtige Würze zu geben, hatte sich auch noch eine ziemlich große Kartoffelmaus auf den Festplatz eingeschlichen. Sie gesellte sich unter die Zuschauer, trieb aber auch die fleißigen Kartoffelschäler auf der Bühne an. Und wie es sich für ein richtiges Kartoffelfest gehört, gab es natürlich auch wieder einen zünftigen Bauernmarkt, auf dem nichts fehlte. Regionale Produkt in bunter Vielfalt angeboten wie Obst, Gemüse, Honig, Wildfleisch, Fisch, Wurst (sogar Kartoffelwurst), Blumen und, und, und….

Dicht umlagert war den ganzen Tag über der Stand, an dem leckere Kartoffelpuffer gebacken wurden. Auch die traditionelle Kartoffelsuppe aus der Gulaschkanone fehlte nicht. Sie ging ebenfalls weg wie warme Semmeln. Wer wollte, konnte sich auch Leckeres aus der Pfanne zu Gemüte führen, Und last, but not least, gab es natürlich auch wieder frisches, duftendes Brot aus dem haueigenen Lehmbackofen wie auch den allseits beliebten Hefekuchen, belegt mit Pflaumen oder Kirschen.

Für die jüngeren Besucher hatte wieder die Kreativwerkstatt geöffnet. Hier konnte sich jedes Kind nach Herzenslust im Kartoffeldruck üben. Anne und Günter Spitzner aus Güstrow waren nicht zum ersten Male hier in Kobrow. „Es ist jedes Mal so toll, dass wir uns heute schon auf die nächste Veranstaltung freuen“, erzählten sie. „Bei vielen Dingen, die wir seinerzeit selbst erlebt haben, kommt einem doch die Erinnerung. Es ist interessant hier, das wieder mitzuerleben. Wir kommen bestimmt wieder.“ Familie Müther aus Berlin macht zurzeit Urlaub in Mecklenburg. „So schön haben wir uns das Land nicht vorgestellt“, schwärmten sie. “Und diese Veranstaltung ist für uns doch eine willkommene Abwechslung. Ein Lob an die Organisatoren.“  

 

Weitere Bilder vom Fest

 

 

 

 

 

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